Üsi Steiner Fasnacht

Steiner NarrentanzSteiner Fasnacht
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Schon am ersten Fasnachtstag, welcher früher am ersten Montag nach Dreikönigen stattfand, nüssläd eine grosse Rott auf dem Dorfplatz. Seit ein paar Jahren wurde der erste Fasnachtstag auf einen Freitag verlegt.

 

Am Güdelmontag, um halb sechs Uhr morgens nach dem Bätälüütä, startet die Fasnacht mit der Tagwache. Mit allen möglichen Kostümen aus Grossmutters altem Kleiderschrank tritt Gross und Klein an. Die Tambouren schlagen den Narrentanz und ziehen mit dieser Morgenrott vom Dorfplatz durch die Bahnhofstrasse zum Bahnhof. Weiter geht’s über die Eisenbahnbrücke in die Räbengasse und von da zur Schwyzerstrasse, wo bei der Lauigasse gewendet wird. Zurück im Dorf führt der Morgenzug durch die Mühlegasse und Schiisägässli zur Rossbergstrasse und endet auf dem Dorfplatz. Nachher gibt’s für alle Maschgraden in irgendeiner Wirtschaft eine Mehlsuppe.Die Morgenrott startet dann wieder von 9 bis 12 Uhr und nüsselt im halbstundentakt auf dem Dorfplatz. Die Nachmittagsrott startet um 13 Uhr und nüsselt bis abends um 19 Uhr auch wieder auf dem Dorfplatz.

 

Die Rott, angeführt von Talibasch und Välädi, zieht unter den Klängen des Narrentanz vom Restaurant Kündig her durch das Maschgradengässli auf den Dorfplatz. Hier wird trummläd und gnüssläd, wobei sich die ganze Rott im Gegenuhrzeigersinn im Kreis auf dem Dorfplatz dreht. Natürlich verteilen die Maschgraden den rufenden Kinder: „Sind so guet, liäbä Maschgrad“ viele Orangen, Hudichräpfli, Füürstei, Süssigkeiten oder Wurst und Brot in grossen Mengen. Die Menschenmenge wird von Talibasch und Välädi im Schach gehalten indem sie gegeneinander ihre Runden auf dem Dorfplatz drehen und den Platz für die Maschgraden zum Nüsseln frei halten. Nach ca. 25 Minuten zieht die Rott weg und begibt sich in eine Wirtschaft, um den Durst zu löschen. Anschliessend kehrt sie wieder auf den Dorfplatz zurück. Dieser Ablauf wiederholt sich während des ganzen Tages. Während die Rott in den verschiedenen Gasthäusern ihre Pausen machen, können wir die Kinderrott und den Nachwuchs bestaunen.

 

Die Kinderrott beginnt um 13.30 Uhr und wird um 16 Uhr wieder aufgelöst. Sie wechselt sich immer mit der Rott ab. Der Güdeldienstagmorgen gehört auch wieder den Kindern. Von 9 bis 11 Uhr können die kleinen Maschgrädli wieder ihr Bestes geben. Am Nachmittag wird um ca. 16 Uhr die Kinderrott mit der Kinderbescherung durch den Vorstand der Fasnachtsgesellschaft aufgelöst. Jedes Kind bekommt ein Säckli mit einem feinen Zabig (Wurst und Brot, Orangen, Hudichräpfli und Füürstei).

 

Auch am Güdeldienstag tritt die Nachmittagsrott um 13 Uhr vom Restaurant Kündig her durch das Maschgradengässli wie am Güdelmontag auf den Dorfplatz. Es wird wieder bis zum Undärämachä genüsselt. Eine Rott von bis zu 200 Maschgraden ist keine Seltenheit.

Statuten

Protokoll der GV 2021

 

Priis Talibasch

Seit über 20 Jahren findet am 1. Fasnachtstag in Steinen der Priis Talibasch statt. Der Abend des 1. Fasnachtstages sollte wieder mit einer «Beizenfasnacht» belebt werden an der in den Restaurants musikalische Unterhaltung geboten wird und die Besucher von Maskengruppen unterhalten werden. Um diesen Anlass für die Maskengruppen zusätzlich attraktiv zu machen und möglichst viele Maschgraden anzulocken, wurde eine Maskenprämierung eingeführt.

 

Das Grundkonzept wurde seitdem nicht geändert und bewährte sich über all die Jahre. Die qualitativ hochstehenden Maskengruppen ziehen von Restaurant zu Restaurant und bieten mit originellem Intrigieren beste Unterhaltung. In allen Lokalen kann man an diesem Abend musikalische Unterhaltung geniessen. Neben DJ’s spielen in diversen Lokalen auch Live-Musiken zum Tanz auf. So ist für alle Musikgeschmäcker etwas dabei. Nach Mitternacht findet die Preisverleihung statt, an welcher jeweils Preise im Wert von rund Fr. 2‘500.– verteilt werden.

 

Zum Priis Talibasch werden nur Einzelmasken und Gruppen zugelassen, die sich sowohl innerhalb der vorgegebenen Zeit (bis 21.21 Uhr im Restaurant Hirschen) angemeldet haben, als auch kostümiert und maskiert auftreten (Vollmaskierung). In den Restaurants bewerten jeweils zwei zufällig ausgewählte Personen die Gruppen auf einer Skala von 1 bis 10 Punkten (Reglement). Die Gewinnchancen steigen somit mit der Anzahl der besuchten Restaurants. Ausserdem erhalten Gruppen, welche sich vor 20.30 Uhr anmelden 5 Bonuspunkte. Neu erhalten dieses Jahr alle Gruppen 3 Streichresultate und für weiter entfernte Restaurants gibt es Zusatzpunkte. Das heisst, die schlechteste oder eine fehlende Bewertung wird gestrichen. So sollte die Bewertung noch etwas objektiver werden. Die Beurteilungskriterien sind der Gesamteindruck, der Aufwand und die Sorgfältigkeit der Verkleidung und der Utensilien, die Originalität und die Wirkung als Maske/ Gruppe. Die Bewertungskarten werden nach Abschluss der Bewertungszeit (in der Regel 24.00 Uhr) von der Jury eingesammelt. Die Summe der Punktzahlen ergibt anschliessend die Rangliste.

Reglement als PDF

 

Kinderrott & Kinderbescherung

Die Kinder treffen sich jeweils beim Musig Träff, von wo aus sie stets von freiwilligen Helfern betreut werden.

  • Güdelmontag: 13 bis 16 Uhr

  • Güdeldienstag: Morgens von 9  bis 11,  Nachmittags von 13 bis 16 Uhr mit anschliessender Kinderbescherung für jedes Kind.

 

Die Steiner Fasnacht ist vielfältig und erfreut sich jedes Jahr grosser Beliebtheit. Damit auch die Kinder beim Fasnachtstrubel mitmachen können und stets für den Nachwuchs gesorgt ist, gibt es für die kleinen Fasnächtler eine eigene Kinderrott, die an der Steiner Fasnacht stets eine besondere Attraktion ist. Dabei nehmen jeweils gut hundert Kinder in allen möglichen Kostümen teil. Selbst die Kleinsten können so am bunten und fröhlichen Treiben mitmachen. Im Anschluss an die Kinderrott vom Dienstagnachmittag findet die Kinderbescherung statt, bei der alle Kinder ein gefülltes Säcklein bekommen.​ (Im Umzugsjahr findet jeweils keine Kinderbescherung statt)

 

Uslandsteiner-Apéro

Weitere Infos folgen...

 
 

Underä Machä

Am Güdelziischtig sid uraltä Zytä am halbi achti ist das so genannte Fasnachtsundärämachä. Auf dem Dorfplatz wird ein Podium erstellt. Früher, wenn es genug Schnee hatte, wurde ein Schneestock gemacht. Zum Undärämachä gehört auf der Bühne ein Tischlein, ein Kerzenständer mit brennender Kerze, eine Flasche Weisswein, Gläser, damit der Narrenvater mit der Steinerräbä und den Musikanten und dem Rottführer anstossen kann. Die Rott zieht ab 19.00 Uhr vom Restaurant Hirschen weg, geht zum Löwen und wendet dort. Weiter geht’s durch die Herrengasse. Beim Restaurant Kündig wird der Narrenvater mit der Steinerräbä abgeholt. Über die Steineraabrücke geht’s um das Restaurant Stauffacher herum und zurück auf den Dorfplatz. Die Rott verteilt sich da in Ringform um die Bühne. Der Narrenvater begrüsst auf dem Podium die Maschgraden, Musikanten, Mitbürger und alle Bekannten. Die Steinerräbä steht neben dem Narrenvater. Zum ganzen Geschehen gehören auch zwei Musikanten. Der Narrenvater, Hauptperson des Undärämachä, dankt in Versform Gsätzli um Gsätzliden Behörend, Vereinen und allen irgendwie am Wohl des Bürgers Beteiligten, zuletzt den ledigä Knabä und Meitli. Die Gsätzli in Versform sind Überlieferung und enden jeweils mit dem Ruf: „Sie söllid läbä inärä guätä Gsundheit, imänä bschtändigä Wohlsy und imänä drüüfachä läbi hoch, hoch, hoch, Ägschtrahoch.“ Beim hoch, hoch, hoch, Ägschtrahoch stimmen die Maschgraden ein. Diese Zeremonie soll der Narrenvater langsam und feierlich vortragen. Hierauf spielen die Musikanten ein Teil von einem Tänzli (Schwyzerjuuz). Paarweise oder solo tanzen die Narren um die Bühne. Dann spielen die Tambouren den Narrentanz zweimal durch. Die Rott tanzt, nüssläd und dreht sich dabei um die Bühne herum. So über 200 bis 300 Maschgraden sind im Minimum dabei, die dieses Spektakel mitmachen. Der Talibasch mit dem Pickel, der Välädi mit der Schaufel ausgerüstet (den Prügel haben sie abgegeben), vergraben bei diesem Undärämachä den „Schälläunder“ mid em ganzä Fasnachtsplunder“, so sagt es der Narrenvater. Jetzt tritt noch der erste Rottführer auf die Bühne und lässt den Narrenvater und seine Vorgänger la hochläbä. Als Zeichen, dass nun die Fasnacht beendet ist, ziehen alle Maschgraden ihre Masken aus und geben sich zu erkennen. Vom Kirchturm ertönt um 20.00 Uhr die uralte Bätgloggä, und die Tambouren hören auf den Narrentanz zu schlagen. Dazu gibt ihnen der Narrenvater mit einer Handbewegung den Befehl. Die Rott beendet das Undärämachä und das Nüsslä auch heute noch vor dem „Rössli“. Für ein weiteres Jahr ist die Fasnacht ausgetrommelt und usgnüssläd. In den Wirtschaften wird noch getanzt, bis der Narrenvater Feierabend bietet.